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Drei Fragen an Olaf von Detten
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Von der Praxis für die Praxis - Das Forum im Gespräch mit Haushüter Unternehmern
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THEMA: Drei Fragen an Olaf von Detten

Drei Fragen an Olaf von Detten 1 Monat, 2 Wochen her #144

  • Moderator

Das Haushüter-Portal spricht mit Olaf von Detten, dem Inhaber einer der ältesten Haushüter-Agenturen Deutschlands Hausschutz und Heimservice mit Sitz in Seeshaupt am Starnberger See.


Erste Frage: Herr von Detten, es ist mittlerweile schon gute Tradition, dass wir Sie in unserem Forum nach Ihren Ansichten und Aussichten zur Entwicklung der Dienstleistung „Haushüter“ befragen. Wie beurteilen Sie die Situation im Rückblick auf das Jahr 2011?

von Detten:
Bereits im Jahr 2010 habe ich eine umfangreiche Analyse über die Lage der Haushüteragenturen angestellt. In meiner Lagefeststellung hatte ich versucht, die Ursachen für den seit einigen Jahren festzustellenden Rückgang an Kundeninteresse darzulegen und Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt. Diese Rahmenbedingungen wie z.B. Veränderungen im Freizeit- und Reiseverhalten, die stürmische Entwicklung der Kommunikationsmittel oder demographische Veränderungen sind nach wie vor bestimmend. Allerdings scheint sich dieser Zustand 2011 stabilisiert zu haben, in diesem Jahr entsprach, soweit ich das beobachten konnte, die bisherige Kundennachfrage dem Stand des Vorjahrs.

Zweite Frage: Wenn wir es richtig sehen, sind Sie bereits vor zwei Jahren, wie zahlreiche Andere vor- und nach Ihnen, aus dem Verband-Deutscher-Haushüter e.V. ausgetreten. Welche Gründe haben Sie damals zu diesem Schritt bewogen? Immerhin waren Sie ja einer der Ersten dieses Vereins und haben seine Entwicklung maßgeblich mitgeprägt.

von Detten:
Es ist richtig, dass ich meine Mitgliedschaft im VDHA e.V. vor mehr als 2 Jahren gekündigt habe. Dieser Schritt ist mir damals nicht leicht gefallen. Ich gehörte dem Verband 22 Jahre an und ich glaube, in dieser Zeit zusammen mit anderen Mitgliedern einiges zur weiteren positiven Entwicklung unserer Dienstleistungsbrache beigetragen zu haben. Dabei habe ich auch selbst mit meiner Agentur sehr von der Zugehörigkeit zum Verband profitiert. Umso mehr habe ich es bedauert, dass mir aufgrund von Vorfällen, mit denen ich mich nicht mehr identifizieren konnte, keine andere Möglichkeit blieb, als den Verband zu verlassen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich nicht öffentlich über Internas äußern werde.

Dritte und letzte Frage: Was halten Sie von den neuen “sozialen Medien“ u.A. Twitter, Facebook oder Google+. Glauben Sie, dass diese zukünftig das Verhalten von Konsumenten und Kunden wesentlich beeinflussen werden? Sind Sie selbst aktiver Teilnehmer bei den sozialen Medien?
Sehen Sie kurz- oder mittelfristig dass diese Medien - sei es beim Website Ranking oder bei der Kundengewinnung auch in der Haushüter-Branche an Bedeutung gewinnt?


von Detten:
Ich bin weder aktiver noch passiver Teilnehmer dieser Medien, habe mich aber damit beschäftigt, wobei ich wirklich nicht weiß, woher der Anspruch der Bezeichnung „sozial“ kommt und wie er sich begründen lässt. Ich sehe diese Netzwerke unter anderem auch als kommerziell gesteuerte Möglichkeit vor allem für - aus welchem Grund auch immer - auf Kontakte angewiesene Menschen, sich selbst darzustellen oder auch in einer anonymen Scheinwelt dank technischer Hilfsmittel und in Abhängigkeit von funktionierenden Übertragungswegen zu verkehren. Sie sind sicher kein Ersatz für persönliche Kontakte, die auch für die Kundengewinnung in unserer Dienstleistungsbranche so immens wichtig sind.
Ich hatte mich in meiner oben angesprochenen Analyse recht kritisch über den Einsatz des Internets zur Kundengewinnung geäußert. Die zwischenzeitliche Entwicklung scheint mir recht zu gebe. So sehe ich auch bei diesen Medien kaum eine Möglichkeit zur Kundengewinnung, gemessen an der Realität. Hierunter verstehe ich, dass sich bei einem Bedarf für unsere Dienstleistungen das Kundenverhalten weiterhin verändert hat.
Soweit ich das beobachten kann, wird kaum noch im Branchenbuch oder auf Werbeseiten bzw. Websites und erst recht nicht bei Facebook nach erst einmal anonymen Haushüteragenturen recherchiert, sondern erst einmal in der Nachbarschaft oder auch im Wohnort nach hilfsbereiten Rentnern gesucht, die Haus und Hund versorgen. Die weiter stark anwachsende Zahl an bereitwilligen, rüstigen Ruheständlern, die sich gerne „schwarz“ etwas hinzuverdienen, erleichtert diese Suche ungemein. Die in meiner bereits angesprochenen Ausarbeitung aufgezeigten Nachteile und Gefahren für diese „Kunden“ werden dabei ignoriert.

Herr von Detten, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Aw: Drei Fragen an Olaf von Detten - Anmerkung zur Kundengewinnung 1 Monat, 1 Woche her #148

Anmerkung zur Kundengewinnung im Internet

Die Beiträge des Herrn von Detten stellen nicht nur qualitativ eine große Bereicherung der Meinungsvielfalt im Haushüter-Forum dar.
Ein Fragezeichen mache ich allerdings zu der kritischen Einstellung des Autors im Hinblick auf den Einsatz des Internets zur Kundengewinnung:
Zitat: Soweit ich das beobachten kann, wird kaum noch im Branchenbuch oder auf Werbeseiten bzw. Websites und erst recht nicht bei Facebook nach erst einmal anonymen Haushüter-Agenturen recherchiert, sondern erst einmal in der Nachbarschaft oder auch im Wohnort nach hilfsbereiten Rentnern gesucht, die Haus und Hund versorgen.

Hierzu ein Beispiel. Wer seinen Schlüssel zur Wohnung vergessen hatte ging früher zum Nachbarn oder zur nächsten Telefonzelle und fand die Telefonnummer des Schlüsseldienstes schön alphabetisch sortiert in den „Gelben Seiten“. Diese gedruckten Gelben Seiten gibt es auch heute noch, doch viele Exemplare wandern nach der Anlieferung in den Altpapiercontainer.
Wer heute nach einem Schlüsseldienst oder z.B. einem Haushüter-Unternehmen sucht blättert dafür nicht mehr in dicken Wälzern, sondern surft im Internet.

Richtig - im Internet finden sich unzählige Einträge zum Stichwort „Haushüter“. Welche Unternehmen in meiner Region ihre Dienstleistungen anbieten erschließt sich i.d.R. erst nach aufwendigen Recherchen.
Abhilfe schaffen elektronischen Branchenverzeichnisse wie das Haushüter-Verzeichnis mit dessen Hilfe man eben ohne langwieriges „googeln“ die Haushüter seiner Region mit einem Mausklick aufrufen und deren Klassifikation, Preise und Angebote vergleichen kann.
Einen im Sinne des Kunden weiteren „Mehrwert“ stellt darüber hinaus der Link zu Tipps und Hinweisen: z.B. „was man bei der Auswahl eines Haushüters beachten soll“ im Haushüter-Portal dar.

Branchenverzeichnisse sind also alles andere als überholt, nur sind sie vom gedruckten Papier in die digitale Medienwelt gewechselt. Nicht zuletzt sind die über 1000 Aufrufe des Haushüter-Verzeichnisses im Juli 2011 über die wir im Haushüter-Forum detailliert berichtet hatten ein klarer Beweis dafür, dass solche branchenspezifischen Verzeichnisse gerne und häufig frequentiert werden.

Hans-Peter Reiss
Betreiber des Haushüter-Portals
& des Haushüter-Verzeichnisses
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